Vital KW 46/25
November – Der graue Monat
Der November gilt als der graue dunkle Monat im Jahr. Neblige Tage, kalter Wind und graue Wolken, das sind die Attribute des November, durch die die Unbeliebtheit des Monats begründet wird. Allerdings lässt sich diese Unbeliebtheit nicht meteorologisch begründen. Trotzdem kann es durch die sinkende Sonneneinstrahlung und trübes Wetter zu Stimmungsschwankungen kommen, den sogenannten „Novemberblues“.
Das lateinische „novem“, also neun steht für November. Für die Römer war der März der erste Monat im Jahr, also war der November der Neunte. Alte deutsche Namen waren Windmond, Wintermonat oder Nebelung.
Diese melancholische Stimmung zeigt sich auch in Gedichten von z. B. Ricarda Huch: „Das Herz ist schwer. / Wo sind, die vor uns dahingegangen?“ oder Erich Kästner: „Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen. / Es regnet, Freunde, und der Rest ist Schweigen. / Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor. / Und der November trägt den Trauerflor …“.
Der November gilt auch als der Totenmonat, da er bei den christlichen Kirchen der Monat des stillen Gedenkens ist.
Bereits seit dem Jahr 836 gedenkt die katholische Kirche an Allerheiligen und Allerseelen ihrer verstorbenen Angehörigen. Auf dem Friedhof werden die Gräber mit Blumen und Lichtern geschmückt. In manchen Gegenden werden sogenannte Allerseelenbrote oder -zöpfe auf die Gräber gelegt. Auf Mainzer Friedhöfen werden hierfür eigens gedrehte Kerzen, sogenannte Newwelinge, angezündet.
Für die evangelische Kirche wurde im Jahr 1893 in Preußen ein einheitlicher Buß- und Bettag bestimmt. Er fällt auf den Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr.
Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist für die katholische Kirche das Christkönigsfest, bei dem Christus als Herr der Schöpfung geehrt wird.
In der evangelischen Kirche wird am Totensonntag der Toten gedacht. Dieser Gedenktag wurde 1816 von Friedrich Wilhelm III. von Preußen initiiert. An diesem Tag, auch Ewigkeitssonntag genannt, werden die Namen der Verstorben verlesen und die Gräber besucht.
Seit 1920 ist zu den christlichen Gedenktagen auch ein staatlicher Gedenktag dazugekommen. Der Volkstrauertag ist dem Gedenken der Kriegstoten beider Weltkriege und den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet.



