Vital KW 19/26

Ein Mai voller Feiertage

Es gibt kaum eine Zeit im Jahr, in der so viele unterschiedliche Feiertage sind, wie im Mai. Dieser Monat beginnt immer mit dem „Tag der Arbeit“, einem staatlichen Feiertag, der auf den 1. Mai festgelegt wurde. In der Regel immer im Mai wird dann als kirchlicher Feiertag Christi Himmelfahrt an einem Donnerstag gefeiert. Die Pfingstfeiertage bilden die letzten Feiertage des Monats.

Der Tag der Arbeit
Seine Wurzeln hat der „Tag der Arbeit“ in den USA. Da galt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der 1. Mai als „moving day“, also als Stichtag, zu dem viele Arbeitsverträge endeten oder neu abgeschlossen wurden. Mit ihm verbunden war oft der Wechsel des Arbeitsplatzes oder sogar des Wohnortes.

Im Jahr 1865 forderten amerikanische Gewerkschaften zum Ende des Bürgerkriegs erstmals die Einführung des 8-Stunden-Tags – eine Forderung, die damals noch als utopisch galt. Im darauffolgenden Jahr kam es am 1. Mai zu einem großen Generalstreik, an dem in den USA rund 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben beteiligt waren. Sie wehrten sich u.a. gegen die unerträglichen Arbeitsbedingungen und den 12-Stunden-Tag. In Chicago gingen 90.000 Menschen bei einem mehrtägigen Streik auf die Straße. Am 4. Mai kam es zu einer tragischen Eskalation. Bei einer Versammlung wurde eine Bombe in die Menschenmenge geworfen. Polizisten eröffneten daraufhin das Feuer. Es gab viele Tote und Verletzte. Bis heute ist unklar, wer für die Bombe verantwortlich war.

Die Geschehnisse markieren einen wichtigen Wendepunkt im Bewusstsein der US-amerikanischen Arbeiterklasse.

In Europa kamen am 14. Juli 1889, 100 Jahre nach der franz. Revolution, in Paris sozialistische Gewerkschaften und Parteien aus der ganzen Welt zusammen. Sie beschlossen, den Plänen des amerikanischen Arbeiterbundes für eine weltweite Demonstration am 1. Mai 1890 zu folgen. Eine der zentralen Forderungen der Arbeiterbewegung damals war, die Dauer eines Arbeitstages auf 8 Stunden festzulegen.

Seitdem gilt der 1. Mai weltweit als zentraler Aktions- und Feiertag der Arbeiterbewegung.

Die Geschichte des 1. Mais ist im Verlauf der deutschen Geschichte mit einigen Höhen und Tiefen verbunden. Offizieller staatlicher Feiertag wurde der 1. Mai in der Zeit des Nationalsozialismus als „Tag der nationalen Arbeit“, wobei die Gewerkschaften in diesem Zusammenhang gleichgeschaltet wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der 1. Mai Stück für Stück wieder zu einem Tag entwickelt, an dem auf die wichtige Arbeit der Gewerkschaften und auf die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht wird.

Mehr Informationen darüber finden Sie u.a. auf der Homepage des DGB:
https://www.dgb.de/mitmachen/erster-mai/geschichte-des-ersten-mai/

In den nächsten Ausgaben geht es dann um Christi Himmelfahrt und Pfingsten.