Amtliche Meldung

Fünf Fragen an den Metallbauer Peter Michels aus Höchstberg, der die zwölf Figuren entworfen und gefertigt hat

Herr Michels, Sie haben den Auftrag von der Verbandsgemeinde Eisenberg erteilt bekommen, zwölf lebensgroße Metall-Figuren aus Cortenstahl zu entwerfen und zu produzieren. Rund um das Thema „Industriekultur erleben“ werden die Unikate die drei neuen Wege der Wandertrilogie säumen und die Industriegeschichte der Region in all ihren Facetten erzählen.

Wie sind Sie auf die Figuren-Motive gekommen in einer derart feinen und detaillierten Interpretation, sodass man sogar kleinste Details wie Mimik, Gestik und Struktur erkennt?

Unter den vorgegebenen Themen der Wandertrilogie haben wir intensive Recherchen zu den einzelnen Stationen durchgeführt und Originalfotos aus vergangener Zeit herangezogen. Mit diesen Erkenntnissen haben wir Personen zu den passenden geschichtlichen Zeitabschnitten gezeichnet. Um den Betrachter mit in die Zeit und in die Themen der Station zu nehmen, und auch die Kinder mit ihrer Fantasie anzuregen, sollten diese Personen in den Stahlfiguren so genau wie möglich den entsprechenden Eindruck vermitteln.

Wie wurde aus ersten Skizzen und Zeichnungen dann die Figuren gefertigt?

Wir haben unsere Skizzen digitalisiert und in einem Prozess, den wir über jahrelange Erfahrungen mit derartigen Aufgabenstellungen entwickelt haben, zu fertigungsfähigen Dateien erstellt.

Trotz moderner Fertigungsmöglichkeiten muss bei der Fertigstellung der Skulpturen allerdings noch mit handwerklicher Kreativität der letzte Schliff per Hand gemacht werden.

Insgesamt sind es zwölf unterschiedliche Figuren. Ganz persönlich: Was ist Ihre Lieblingsfigur?

Wenn man sich mit jeder einzelnen Figur und den jeweiligen Hintergründen so beschäftig hat wie wir, sind alle Figuren etwas Besonderes. Mir persönlich gefällt die Station mit Helinchen und dem Jäger, da es hier gelungen ist in Form einer Figur, den verliebten Blick einzufangen.

Was sagen die Leute, wenn sie die Figuren bei Ihnen auf dem Firmengelände gesehen haben?

Das ist ganz lustig, denn die Figuren stehen schon eine Weile bei uns auf dem Hof, um anzurosten und die gewünschte Patina zu bekommen. Die Leute bleiben am Zaun stehen, machen Fotos, fragen wo diese Figuren aufgebaut werden und schicken oft noch Bekannte vorbei, denen sie die Bilder gezeigt haben, um die Figuren selbst zu bestaunen.

Was macht dieses Projekt Ihrer Meinung nach einzigartig?

Wir haben schon mehrfach ähnliche Projekte umgesetzt aber die Vielfalt der verschiedenen Figuren mit ihren Geschichten und ganz besonders die Inszenierungen ist hier schon ganz besonders.

Was war die größte handwerkliche Herausforderung?

Das waren die letzten Feinarbeiten an den Figuren, um die filigranen Linien in dem 10 mm starkem Stahl auszuarbeiten, sodass die Details nach der Edelrostbehandlung richtig Wirkung zeigen. Aber die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt.


Die neue Wandertrilogie wurde als LEADER-Projekt kofinanziert durch die Europäische Union. Es handelt sich dabei um die Förderung zur Entwicklung des ländlichen Raumes durch den „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). Weitere Infos hier.

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Autor: Marie-Luise Selzer

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